Montag, 29. Oktober 2012

das Mergellandschaf



Das Mergelland-Schaf ist ein großes ungehörntes Schaf dessen Kopf lang, schlank und gefleckt ist. Auch der Rumpf ist lang und schmal, aber muskulös. Die Färbung der Wolle ist zwischen weiß und hellgelb. Die Wolle ist lang und gewellt und zeichnet sich angeblich durch leichte Verspinnbarkeit aus. Das Mergelland-Schaf ist fruchtbar und besitzt eine gute Fleischqualität. Es ist nicht anspruchsvoll und kann sich gut auf dem kargen, felsigen Boden bewegen.

Im Länderdreieck von Belgien, Holland und Deutschland ist der Boden karg. Dies wird bedingt durch den Mergeluntergrund. Auf diesem Mergelland wurde das Mergelland-Schaf gehalten, das durch seine spezielle Fressweise die Landschaft pflegte. Es zupft mit kurzen, vertikalen Kopfbewegungen nur den obersten Teil der Pflanze ab und reißt sie nicht, wie andere Rassen, mitsamt der Wurzel aus. In den Gebieten des Hohen Venns etwa gab es im 18. Jahrhundert große Schafherden, die das karge Gras- und Heideland als Weiden nutzen konnten.  Die Schafeversorgten die Bauern nicht nur mit Fleisch und Wolle, sondern vor allem auch mit Mist, um die kargen Böden zu düngen. Mit dem Aufkommen des Kunstdüngers musste das Mergellandschaf Platz machen für Rassen, die wirtschaftlich interessanter waren.

Dass die Rasse heute noch existiert ist vor allem der niederländischen Vereinigung "Oos Mergeland Sjaop" zu verdanken.


Vom Mergellandschaf ich letzte Woche ein paar Vliese bekommen. Teilweise ist die Wolle schon sehr verfilzt und somit zum Spinnen ungeeignet, aber vielleicht lässt sie sich ja für Filzprojekte nutzen.



Ich habe schon einen kleinen Teil gewaschen, muss sie noch kardieren und spinnen. Sie fühlt sich sehr weich an, hat aber irgendwie keinen "Griff", ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll, fast wie Merino. Mal sehen, wie sie mir fertig gesponnen gefällt.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Eindrücke vom Workshop Oberflächenstrukturen

mit Charlotte Sehmisch bei Filzrausch in Göttingen. Es war ein klasse Wochenende, lauter nette Frauen, eine tolle Lehrerin, ich habe viel gelernt und den Kopf voller Ideen.

Die Arbeiten müssen noch weiter gewalkt werden, was ich ja auch zuhause tun kann. Die Zeit im Kurs war mir dafür zu wertvoll.





Donnerstag, 11. Oktober 2012

nochmal Walnuss


denn ich habe weiter gefärbt.


Die Vorgehensweise habe ich ja schon in meinem vorigen Beitrag zu den beiden unteren Wollsträngen beschrieben. Der obere helle Strang wurde im 3. Zug gefärbt.

Für die Stoffe (von oben nach unten Seide mit Metall, Chiffon und Wolletamine) habe ich ein extra Farbbad angesetzt. Ich werde sie fürs Nunofilzen nehmen.

Eine Kaltfärbung habe ich auch noch angesetzt. Dazu später mehr.


Freitag, 5. Oktober 2012

Walnuss (Juglans regia)

Dem stürmischen Wetter hier ist es zu verdanken, dass die Nüsse endlich von den Bäumen fallen und ich die noch frischen grünen Schalen (also die Hüllen, die die Nuss umgeben) in grösseren Mengen einsammeln kann. Man sollte die Schalen verwenden, solange sie noch grün sind und nicht schon braun geworden sind, was sehr schnell geht. Man kann sie auch einfrieren, wenn man nicht genug auf einmal zusammen bekommt.

Die Schalen habe ich etwas zerkleinert und über Nacht in Regenwasser eingeweicht. Für den dunklen Strang habe ich dann die Wolle einfach zu den Schalen in den Topf gegeben, alles zusammen erhitzt und dann  eine Stunde lang gefärbt. Für den helleren zweiten Zug habe ich die Schalen abgesiebt, in einen Färbebeutel gegeben und zusammen mit der Wolle  wieder eine Stunde bei ca. 80 Grad gefärbt. Die Wolle wird nach dem Färben erst getrocknet und danach ausgespült.


Da die grünen Walnussschalen reichlich Gerbsäure enthalten, ist eine Vorbeize nicht notwendig.Kaltfärbung mit Walnussschalen will ich auch noch ausprobieren, falls ich noch genügend finde, denn dazu man braucht eine große Menge.

Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass es ratsam ist, Handschuhe zu tragen, wenn man die Schalen zerbricht oder die gefärbte Wolle ausdrückt. Hätte ich besser auch machen sollen...

Donnerstag, 4. Oktober 2012

1,4 kg Wolle

sollten reichen für einen warmen Winterpullover.

Gesponnen hab ich sie auf meinem Moswolt M1, das erste grössere Projekt auf diesem Spinnrad. Die Wolle stammt von diesen Schafen der Rasse Lovenaar.